Unter Gynäkomastie versteht man zunächst eine abnorme Vergrößerung der männlichen Brustdrüse, die gewöhnlich im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt auftritt, und in eine "echte" und eine "falsche" eingeteilt wird. Die "echte", hormonabhängige Gynäkomastie ist eine zumeist beidseitige Vergrößerung des Brustdrüsenkörpers, hervorgerufen vor allem durch (innere) Erkrankungen, Medikamente (Hormontabletten bzw. -injektionen) oder - recht häufig, aber reversibel - die Pubertät (bei jungen Männern können die Brustdrüsen sogar Milch absondern). Die "falsche", Pseudogynäkomastie ist entweder einseitig und durch regionale Tumore oder eine Geschwulst verursacht (dann z.B. Symptom für bösartige Hodengeschwülste), oder aber als "Fettbrust" eine meist symetrische Fettverteilungsstörung des Fettgewebes bei Fettsucht.
Doch nicht nur eine Östrogentherapie - beispielsweise bei Prostatakrebs - kann eine "echte" Gynäkomastie hervorrufen, sondern paradoxerweise auch die Gabe von zusätzlichem Testosteron (wie bei den erwähnten Leistungssportlern, aber auch als "anti-aging" Programm bei älteren Männern ebi Hautalterung). Durch den - je nach Präparat unterschiedlich starken - Aromatisierungs- bzw. Umwandlungsprozess von Testosteron in Östrogen, kommt es zunächst zu einer schmerzhaften Berührungsempfindlichkeit der Brustwarzen, dann zu einer Knotenbildung und schließlich zu einer Fett- und Wassereinlagerung unter den Brustwarzen. Bilden sich nach Absetzen der Präparate diese Prozesse nicht genügend zurück und schaffen auch Östrogenblocker keine Abhilfe, dann bleibt als einzige Lösung eine Entfernung mittels plastischer Chirurgie, bei der das überschüssige Brustdrüsengewebe mit dem Knoten entfernt wird - eine "Schönheitsoperation".