Diese Giftwirkung der Eiweiße entsteht durch die Hemmung der Übertragung der Signale von den einzelnen Nervenzellen. Botox muss richtig dosiert werden, ansonsten kann es zu Muskelschwäche, zur Störung des Vegetativen Nervensystems oder sogar zum Stillstand der Lungentätigkeit führen. Denn Botox ist ein sehr starkes Gift. Seit 1992 wird das Nervengift Botox vor allem in der plastischen Chirurgie zur Faltenglättung verwendet.
Auch in der Neurologie wird Botox eingesetzt, dort vor allem zur Behandlung von speziellen Bewegungsstörungen, z.B. Lidkrampf, Mund- oder Zungenkrampf, Schreibkrampf und Stimmbandkrampf. Andere Behandlungsgebiete, auf denen Botox vornehmlich eingesetzt wird, sind: Strabismus, Migräne, übermäßige Schweißproduktion, erhöhte Speichelproduktion, Spasmus der Speiseröhre, bei Analfissuren und anderen urologischen Erkrankungen wie beispielsweise Blasenschwäche, orthopädische Erkrankungen oder bei dermatologischen Problemen. Aber hauptsächlich ist das Nervengift Botox bekannt geworden, durch die Anwendung gegen Falten.
Bei den Botulinumtoxinen handelt es sich um Ektotoxine, die von Bakterien hergestellt werden.
Bei einer Botoxbehandlung werden sie in einen Muskel gespritzt um dort zu blockieren, d.h. gezielt in Form von Zerstörung der Proteinkomplexe die Freisetzung vom Neurotransmitter Acetylcholin zu erreichen. Letztendlich können dann infolgedessen die entsprechenden Muskeln nicht mehr wie bisher angespannt werden, Aber andere Nervenfunktionen wie beispielsweise Fühlen oder Tasten sind davon aber nicht betroffen. Nach einer Verabreichung des Nervengiftes Botox baut sich die Wirkung erst nach und nach auf und erreicht dann nach ungefähr zehn Tagen ihr Maximum. Und nach zwei bis sechs Monaten ist dann diese Neuaussprossung der Nervenenden zu Ende, dann können die Muskeln auch wie früher wieder aktiviert werden.
Während der Verabreichung des Nervengiftes Botox kann man gleichzeitig im Muskel mit Hilfe eines Elektromyogrammes im Muskel eine Messung durchführen. Hierbei handelt es sich um einen sogenannte Stimulationstechnik, die utraschallgesteuert erfolgt.
Einige Patienten, die unter Nerven-Muskelkrankheiten leiden, entwickeln mit der Zeit nach einigen Anwendungen von Botox neutralisierende Antikörper gegen das Nervengift. Auf jeden Fall sollte man sich über die möglichen Nebenwirkungen von Botox informieren.